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Funktionsbeschreibung Notstromsteuerung mit Aggregatesteuerung AGS

Allgemeines
Die Angaben dieser Druckschrift beziehen sich auf die Normalausführung der AGS Steuergeräte; durch Sonderausführungen bedingte Abweichungen sind, soweit dies erforderlich ist, in den Gerätelieferung gehörenden Ergänzungsunterlagen erläutert. Die  AGS ist eine moderne Steuereinheit in Mikroprozessortechnik, deren Hauptbestandteile auf zwei Leiterplatten aufgebracht sind. Auf der Leiterplatte des Frontteils sind die Elemente für Bedienung und Signalisierung direkt eingebaut, so dass in Verbindung mit der dahinter liegenden Funktionsplatine eine einbaufähige Funktionseinheit gebildet wird. Die Funktionsplatine ist mit den Bauelementen für die komplette Steuerung bestückt. Bei den Ein- und Ausgängen wird die Verbindung zur Montageplatte über Vielfachkabel mit montagefreundlichen Steckverbindern hergestellt.
Die AGS - Steuergeräte, sind für den Anschluss an eine Gleichspannungsversorgung von 12 und 24 VDC geeignet.

Anwendung
Die AGS Steuerung wurde speziell als Steuergerät für den vollautomatischen Betrieb von Ersatzstromaggregaten mit Antrieb durch Verbrennungskraftmaschinen, entwickelt. Sie enthalten die erforderlichen Einrichtungen zum:

    Überwachen der Netz und Generatorspannung

    der Betriebswerte des Maschinensatzes, mit Alarmauslösung oder Stillsetzung beim Erreichen von kritischen Werten,

    Steuern der Netz- und Generatorschütze (oder Schalter), zur Verbraucherumschaltung;

    Abschalten des Generatoraggregates nach Wiederkehr der Netzspannung.

In modifizierten Ausführungen können diese Steuergeräte auch in Schaltanlagen für automatischen Parallelbetrieb von Generatoraggregaten verwendet werden. Außerdem sind die Steuerungen auch als Start/Stop-Automatiken (ohne Umschaltsteuerung für Netz und Generatorschalter), z.B. für Pumpen- oder Kompressoraggregate, sowie für Gasaggregate verfügbar .

Einbauhinweise
Zur Vorbereitung des Fronteinbaus sind lediglich 4 Stück  4mm Bohrungen sowie 1 Bohrung 30,5mm vorzusehen. Die Gewindebolzen bestehen aus Metall. Die mechanische Festigkeit der Tür wird durch die Montage des Gehäuseteils nicht beeinträchtigt.
Der Kabelsatz soll so eingebaut werden, dass sich das Verbindungskabel zur AGS - Steuerung beim Öffnen und Schließen der Schaltschranktür frei bewegen können, ohne das an den Steckverbindungen Zug- oder Druckkräfte auftreten.

Anschluss
Beim Anschließen der Mess- und Steuerleitungen an die Automatik, spätestens aber vor dem Einschalten der Spannung, ist unbedingt durch sorgfältige Prüfung sicherzustellen, dass:

    -Batterie-, und Netz und Generatorspannung mit den Angaben auf dem Typenschild der Automatik übereinstimmen.

    -Polarität des Batteriespannungsanschlusses den Angaben auf dem mitgelieferten Geräteschaltplan entspricht;

    -Steuereinrichtungen, die an die Automatik angeschlossen wurden mit ihren Strom- und Spannungswerten nicht die zuverlässige Belastbarkeit der Kontakte übersteigen.

Beim Anlegen der Batteriespannung wird selbsttätig die Betriebsart auf <0> gesetzt, erkennbar durch die Leuchtdiodenanzeige. Vor der endgültigen Inbetriebsetzung sollte, nachdem sichergestellt ist, dass die Maschine in betriebsbereitem Zustand ist, zunächst ein Start- und Abstellvorgang manuell durchgeführt werden, um möglichst alle Signal- und Steuerfunktionen einzeln testen zu können.

Bedienung und Funktionen
Die Frontplatte der AGS - Steuerung  enthält alle wesentlichen Melde und Bedienungselemente, die zum Steuern einer Netzersatzanlage erforderlich sind. Die Betriebsarten für das Generatoraggregat werden durch einen Drucktastersatz, bestehend aus vier Tastern (mit >Leuchtdiodenanzeige< der eingeschalteten Betriebsart), vorgewählt. Die Funktionsmerkmale der einzelnen < Tasten> sind:

<0>
Diese Position des Betriebsartenprogramms wird selbsttätig beim Anlegender Batteriespannungsversorgung an gewählt, um Beispielsweise nach einem Batteriewechsel einen unbeabsichtigten Anlauf auszuschließen.
Bei direkter Anwahl aus einer anderen Betriebsart, wird nach vorangegangenem Betrieb das Aggregat sofort abgestellt. Sofern die Netzspannung vorhanden ist, wird bei dieser Betriebsart die Netzversorgung eingeschaltet.
In dieser Betriebsart, kann die Verbraucherschiene freigeschaltet werden. Das bedeutet, dass der Netzschalter ein- bzw. ausgeschaltet werden kann.

<AUTOMATIK>
Solange die Netzspannung an allen Außenleitern in voller Höhe ansteht, ist die Netzversorgung eingeschaltet und das Netzersatzaggregat steht in Bereitschaft. Bei einer Netzstörung (Spannungsausfall oder -absenkung in mindestens einem Leiter) wird nach Ablauf der eingestellten Startverzögerung das Startprogramm ausgelöst, welches in der Standardausführung aus 3 Startversuchen mit dazwischenliegenden Pausen besteht. Sobald die Maschine ihre Zünddrehzahl erreicht hat, wird sofort der Anlasser ausgeschaltet.
Wenn dagegen auch nach Ablauf des vollständigen Startprogramms das Aggregat nicht angelaufen ist, wird die Automatik blockiert und die Meldung >
MS-FEHLSTART< angezeigt Nach dem Hochlaufen und dem Erreichen der Generator-Nennspannung wird der Netzschalter geöffnet und der Generatorschalter geschlossen. Bei Normalisierung der Netzspannung beginnt die Rückschaltverzögerung abzulaufen. Nach Ablauf der Zeit wird von Generator auf Netzversorgung zurückgeschaltet. Zur Vermeidung eines Wärmestaus läuft das Aggregat für die eingestellte Dauer der Nachlaufzeit leer weiter und wird anschließend abgestellt.

<TEST>
Mit der Anwahl dieser Betriebsart wird sofort das Startprogramm, wie unter   >
AUTOMATIK< beschrieben, ausgelöst. Nachdem der Generator Nennspannung erreicht hat, kann mit dem im Blindschaltbild angeordneten >AUS< - Taster  (Netz) die Netzversorgung abgeschaltet und mit dem >EIN< -Taster (Generator) auf Generatorbetrieb umgeschaltet werden. Die Verbraucher können spannungslos geschaltet werden. Die Möglichkeit, von Hand umzuschalten, wird beim Eintreten einer Störung an einem der beiden Versorgungssysteme unterbunden. Tritt während des Aggregatebetriebes eine Störung auf, die zum Unterbrechen der Generatorversorgung führt, wird nach Ausschaltung des Generatorschalters automatisch die Netzversorgung eingeschaltet. Fällt dagegen bei leerlaufendem Aggregat die Netzspannung aus, wird sofort automatisch die Umschaltung auf Generatorversorgung ausgeführt. Die Rückschaltung auf Netzbetrieb kann nur manuell vorgenommen werden.

<HAND>
Das Generatoraggregat kann durch den Drucktaster "HAND START" in Betrieb gesetzt werden. Die Störungsüberwachung wird aktiviert. Bei Nennspannung des Generators kann mit den im Blindschaltbild angeordneten Tastern von Netz- auf Generatorversorgung (und zurück) umgeschaltet werden. Der > EIN< -TASTER  ist unwirksam, wenn die einzuschaltende Versorgungsspannung nicht in voller Höhe vorhanden ist.
Es wird nicht selbsttätig auf Generatorversorgung umgeschaltet, falls im Netzbetrieb bei laufendem Aggregat die Netzspannung ausfällt . Die Abstellung des Generatoraggregates kann mit dem Drucktaster >HAND STOP<, durch umschalten auf die Betriebsart >0 <", oder bei vorhandenem Netz, durch umschalten auf die Betriebsart >
AUTOMATIK< erfolgen.

Die Bedeutung der zusätzlich auf der Automatik Frontplatte angeordneten LED’s  sind:

LED >ENTSPERREN / STÖRUNG<
Leuchtanzeigen von Störmeldungen können mit diesem Taster gelöscht werden, sobald die Störungsursache beseitigt ist.

LED >LAMPENPROBE/HUPE AUS<
Alle Leuchtanzeigen der Automatik-Bedienungstafel können durch diesen Taster auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Mit diesem Taster wird das akustische Signal ausgeschaltet, welches zusammen mit der letzten Störungsmeldung angeregt wurde. Bei Eintreten einer neuen Störung, muss auch der Alarm erneut Quittiert werden.

LED >SCHALTER (SCHÜTZ) EIN<
Nach Betätigung dieser Taste, blinkt die LED nach Erreichen der Generatorspannung. Sie geht in Dauerlicht über, wenn der Generatorschalter (Schütz) eingeschaltet ist. :

TASTER >GEN.-SCHALTER (SCHÜTZ) AUS<
Mit dieser Taste, kann die Generatorversorgung im >Hand/Test< -Betrieb abgeschaltet werden".

LED >STARTKONTROLLE<
Der Leuchtmelder zeigt an, dass eine automatische Startanforderung (Netzausfall oder Spitzenlast) vorliegt, die in der Betriebsart  >
AUTOMATIK< verarbeitet wird. Die Anzeige erlischt automatisch sobald der Startbefehl nicht mehr anliegt (z.B. nach der Netzrückschalt -Verzögerung)

LED >ÜBERWACHUNG EIN<
Hiermit wird die Aktivierung der betriebsabhängigen, verzögert eingeschalteten Störmeldekreise (z.B. Öldruck) angezeigt. Die Anzeige erlischt mit dem Beginn des Abstellvorgangs.

LED >GENERATORSPANNUNG VORHANDEN<
Diese  LED blinkt, mit aufkommen der Lichtmaschinenspannung  bzw. Zünddrehzahl. Sie geht mit aufkommender Generatorspannung in Dauerlicht über.

LED >NETZSCHALTER (SCHÜTZ) EIN<
Diese LED blinkt, mit 'der Freigabe des Netzschalters. Die LED geht in Dauerlicht über wenn der Netzschalter eingeschaltet ist.

TASTER >NETZ SCHALTER ( SCHÜTZ) AUS<
Mit  dieser Taste, kann die Netzversorgung im
<Hand> / <Test> -Betrieb< abgeschaltet werden.

LED >NETZSPANNUNG VORHANDEN<
Diese LED blinkt nach erreichen der Netzspannung. Sie geht nach Ablauf der Netzrückschaltverzögerung in Dauerlicht über.

LED >MOTORSTARTFEHLER<
Meldung mit Abstellung und Sperrung des Aggregatebetriebes. Diese Meldung erscheint

    - nach dem dritten erfolglosen Startversuch
    - nach Betätigung des Not-Aus Tasters.

LED >ÖLDRUCKMANGEL<
Meldung mit Abstellung und Sperrung des Aggregatebetriebes. Die Störungsmeldung wird erst nach dem Hochlaufen der Maschine aktiv. (siehe auch Betriebsanzeige >
ÜBERWACHUNG EIN<).

LED >MOTORÜBERTEMPERATUR<
Meldung mit Abstellung und Sperrung des Aggregatebetriebes. Betriebsunabhängig wirksam; d.h. dieser Alarmkreis wird ständig überwacht.

LED >GENERATORKURZSCHLUSS<
Warnmeldung mit zusätzlicher Ansteuerung der Generatorschalterauslösung. Bei vorhandener Netzspannung wird automatisch der Netzschalter eingeschaltet. In der Betriebswahl >AUTO< wird das Aggregat nach der Nachlaufzeit abgestellt

LED >GENERATOR ÜBERLAST<
Warnmeldung, mit zusätzlicher Ansteuerung der Generatorschalterauslösung. Bei vorhandener Netzspannung wird automatisch der Netzschalter eingeschaltet.
In der Betriebswahl >
AUTOMATIK< wird das Aggregat nach der Nachlaufzeit abgestellt.

LED >KRAFTSTOFFTANK LEER<
Warnmeldung. Betriebsunabhängig wirksam; d.h. dieser Alarmkreis wird ständig überwacht.

LED >BATTERIESPANNUNG ZU NIEDRIG<
Warnmeldung. Betriebsunabhängig wirksam.

STOPPMAGNETANSCHLUSS
Je nach Bauart des Abstellsystems an der Maschine kann es erforderlich sein, den Stopmagneten, der die Kraftstoffzufuhr unterbricht,  zum Abstellen oder für den Betrieb des Aggregates zu erregen. In der Automatik sind grundsätzlich beide Alternativen vorhanden. Die gewünschte Funktionsweise ist einfach durch entsprechende Belegung der Ausgänge zu bestimmen.

VERZÖGERUNGEN

Netzausfallverzögerung

 2 sek.

Netzrückschaltverzögerung

60 sek.

Nachlaufzeit

180 sek.

Abstellzeit

15 sek.

Startzeit

10 sek.

Startpause

5 sek.

Verzögerte Überwachung ein

 10 sek.

Netz- / Generator Umschaltung

2 sek.

STÖRUNGSSUCHE
Falls im Funktionsablauf oder bei der Inbetriebnahme Störungen auftreten, deren Ursprung nicht ohne weiteres erkennbar ist, sollten zunächst alle Randbedingungen der Steuereinrichtungen sorgfältig überprüft werden.
Zur Erleichterung der systematischen Suche nach den möglichen Störungsursachen sind nachfolgend einige der häufigsten Störungsmöglichkeiten zusammengestellt.
  

Fehlfunktion  

Maßnahmen / Erläuterungen

.Kein Starten 

Spannungsabfall auf den Leitungen und
Batteriespannung prüfen. Die AGS- Automat1k arbeitet auch bei extremen Spannungseinbrüchen noch einwandfrei. Es ist jedoch wichtig, dass die Spannung ausreicht, das Anlasserschütz bis zur Endposition einzuziehen und den Anlasser zügig zu drehen. Zur Kontrolle des Startausgangssignals bei abgeklemmten Anlasserschütz messen.

Anlasser arbeitet
Maschine läuft aber nicht an

Stopmagnetfunktion und entsprechender Anschluss der  AGS -Automatik vergleichen. Betriebsmagnet (bzw.Freigabemagnet) muss bereits bei der Startanforderung einschalten. Der Abstellmagnet wird nur für den Stopvorgang erregt.

Sollte keiner der beschriebenen Störfälle mit den aufgezeigten Symptomen übereinstimmen oder keine der aufgeführten Maßnahmen zum Erfolg führen, so wenden Sie sich bitte an unsere Kundendienstabteilung. und schildern Sie möglichst exakt das beobachtete Fehlverhalten

Techn. Änderungen vorbehalten.

Datum 15.05.2017  vorherige Version: 24.04.2017    Start: 07.1997    Auflage 2017-05