>

Selbsttest

Durch das Anlegen einer Spannung (Brücken mit +12V) wird die Selbsttest-Funktion des NSR-3.x aktiviert. Während der Testphase arbeitet das Gerät im wesentlichen “normal”, d.h. alle Messungen und Auswertungen werden weiterhin ausgeführt, jedoch werden die Messergebnisse nacheinander mit Faktoren beaufschlagt, welche zu einer Auslösung des jeweiligen Überwachungskreises führen müssen.
Dadurch wird sichergestellt, dass jede Überwachungsfunktion des Gerätes ab dem internem Spannungswandler separat überprüft wird und das Gerät die selben Softwareroutinen wie im normalen Betrieb durchläuft.
Die Funktion der Melde-Relais (Abfallen und Anziehen) wird ebenfalls geprüft, so dass ein “Hängen” eines Relais erkannt werden kann.
Um den Ablauf der Testfunktion zu beschleunigen, wird die Rückschaltverzögerungszeit der Ausgangsrelais auf 2 Sekunden verkürzt. Nach Ablauf des Tests wird die Rüchschaltverzögerung wieder auf den ursprünglichen Wert (30 s. n. DIN V VDE 0126-1-1) zurückgesetzt.

Die Selbsttestfunktion ist die sicherste und eleganteste Methode alle Gerätefunktionen über eine SPS / Generatorsteuerung zu überprüfen. Dazu kann der Selbstest periodisch (bei nicht parallel geschaltetem Generator) von der SPS / Generatorsteuerung initiiert werden. Die SPS/Generatorsteuerung überwacht in dabei den Status der Ausgangs- relais. Beim Selbsttest sind alle Mess- und Auswertefunktionen des Gerätes aktiv. Dies ermöglicht den Abbruch des Selbsttestes zu einem beliebigen Zeitpunkt mit sofortiger Aufnahme der normalen Überwachungsfunktion.

Voraussetzung
Die Spannungen aller 3 Phasen muss im Gutbereich der Überwachung liegen
(-20/+15% UNenn). Die Frequenz muss der Nennfrequenz (+/- 0,2 Hz) entsprechen. Diese Parameter müssen für die Dauer des Selbsttest stabil sein. Diese Bedingungen sind in der Regel bei Netzbetrieb erfüllt.

Testablauf
Wenn die Einschaltverzögerungszeit abgelaufen ist reagiert das Gerät auf die Testanforderung (Klemme 13, Test an +12V). Es wird folgender Testablauf durchgeführt:
1. Spannungserhöhung U1 : 20%
2. Spannungsrückgang U1 : 40 %
3. Spannungserhöhung U2 : 20%
4. Spannungsrückgang U2 : 40 %
5. Spannungserhöhung U3 : 20%
6. Spannungsrückgang U3 : 40 %

7. Vektorsprung Phase 1
8. Vektorsprung Phase 2
9. Vektorsprung Phase 3

10. Frequenzanhebung 20%
11. Frequenzabsenkung 20 %

Bei diesen Tests werden bei Auslösung die entsprechenden Ausgangsrelais entregt.
Das Gerät gibt über die serielle Schnittstelle einen Zeitstempel mit den Messwerten aus. Zudem wird die Meldung Relay: OK ausgegeben. Wird ein “Hängen” oder eine erhöhte Reaktionszeit des Relais beim Anzug oder Abfallen erkannt, wird die Meldung  Relay: BAD ausgegeben. Des weiteren fällt bei einem “hängendem” Melde-Relais das Störmelderelais ab.  (Diese Überwachungsfunktionen sind im Normalbetrieb ebenfalls aktiv).

12. Das Störmelderelais wird zwangsweise entregt und wieder erregt.

Nach bestandenem Test arbeitet das Gerät auch bei weiterhin gebrücktem  Testeingang normal weiter. Ein erneuter Test wird erst durch abschalten und erneutes wiederauflegen der +12V eingeleitet.

Dokumentation
Der Selbsttest kann über einen an das NSR-3.x angeschlossenen Drucker oder PC dokumentiert werden. Dabei ist der Datenausgang des NSR-3.x über das Interface IF-1 mit dem PC oder Drucker zu verbinden. Das Interface IF-1 kann für Leitungslängen bis zu 10 Meter verwendet werden. Müssen größere Entfernungen per Kabel überbrückt werden kann ein Pegelwandler auf RS485 eingesetzt werden.

Einstellung
der RS 232/RS485 Schnittstelle:
4800 Baud,
8 Bit,
No parity,
1 Stop-Bit.
Emulation VT100

Auf dem PC kann jedes Terminalprogramm eingesetzt werden. Z.B.: ZOC
Wird ein Drucker ohne PC eingesetzt, ist darauf zu achten, dass dieser über mindestens 5k Datenpuffer verfügt.

Nach Ablauf des Tests werden auf der
RS232/RS485 Schnittstelle die Ereignisse mit Zeitstempel
(Std:min:sek) und Messwert der zur Auslösung des Gerätes führte ausgegeben.
(Datenloggerfunktion)

Datum: 25.09.2019  vorherige Version: 22.09.2019 Start: 07.1997    Auflage 2